Knickerbocker

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Woran denken Sie zuerst, wenn Sie das Wort Knickerbocker hören? Vielleicht an alte schwarz-weiß Fotografien, an Kniestrümpfe und an Schiebermützen? Genau für diese Dinge steht die sportliche Knickerbocker, die die Herren in den 20er-Jahren erstmals trugen. Die Hosen sind angenehm weich und bequem, weshalb sie ein hervorragendes Tragegefühl bieten.

Längst sind sie dabei nicht nur Bestandteile der 20er-Jahre-Kostüme und -Verkleidungen, auch im Modealltag gelten sie derzeit wieder als It-Piece. Erfahren Sie hier, was typisch für die Hosen aus den 20er-Jahren ist, woher sie ihren Namen erhielten, wie Sie sie am besten kombinieren und zu welchen Anlässen sie besonders gut passen.

Wodurch zeichnen sich Knickerbocker aus?

Als Knickerbocker bezeichnet man Überfallhosen, die etwa wadenlang sind und besonders weite Beine haben. Sie werden heute sowohl von Männern als auch von Frauen getragen. Gedacht waren die Hosen eigentlich als strapazierfähige Bekleidung für sportlich aktive Männer wie Bergsteiger und Wanderer. Deshalb bestanden sie früher auch aus Leder. Die Torhüter der Fußballmannschaften trugen bis 1920 ebenfalls gern welche aus Leder, denn damit konnten sie sich gut vor Verletzungen schützen.

Mittlerweile bestehen die Pumphosen aber häufig auch aus Baumwolle oder Kunstfaser. Die Knickerbocker ähneln den ebenfalls sehr beliebten Dreiviertelhosen und Kniebundhosen. Bei Kniebundhosen handelt es sich um einen Mix aus Shorts und Hosen. Der Unterschied zur Knickerbocker besteht darin, dass der Abschluss höher in der Nähe des Knies angesetzt wird. Zudem sind Knickerbocker weiter geschnitten.

Wie die „Knickerbocker“ ihren Namen bekam

Der ungewöhnliche Name geht auf die Satire „A History of New York“ zurück. Diese wurde 1809 vom Autor Washington Irving veröffentlicht, der dafür jedoch das Pseudonym Diedrich Knickerbocker verwendete. Die Hauptfigur trug den Namen Jansen Knickerbocker. In der Satire wurden die ersten Siedler New Yorks beschrieben, welches damals noch als Neu Amsterdam bekannt war. Diese Siedler kamen aus Holland und trugen Hosen, die bis zu den Waden reichten. Aus diesem Grund wurde Knickerbocker ein Spitzname für die Menschen, die in der Stadt wohnten. Das äußert sich auch in anderen Namen, die es bis heute noch gibt.

So orientiert sich beispielsweise auch das Basketballteam New York Knickerbockers, kurz New York Knicks, an dem von Diedrich Knickerbocker ins Leben gerufenen Spitznamen. Um 1895 gab es dann erstmals Kniehosen, die so ähnlich aussahen wie jene aus „A History of New York“ und für sportliche Aktivitäten wie Radfahren und Wandern genutzt wurden. Diese Hosen wurden nach ihren historischen Vorreitern dann auch einfach „Knickerbocker“ genannt. Zudem benannte man einen Ort in Texas nach Diedrich Knickerbocker, der sich an der Kreuzung der Farmroads 2335 und 584 befindet.

Die 20er-Jahre

In den 20er-Jahren erfreuten sich Kniebundhosen wie die Knickerbocker einer großen Beliebtheit. Getragen wurden sie dabei längst nicht mehr nur zu sportlichen Aktivitäten, sondern immer häufiger auch im Alltag. Der Grund: Sie boten viel Beinfreiheit und somit einen äußerst angenehmen Tragekomfort. Dadurch, dass sie auf der natürlichen Taille saßen, verlängerten sie die Beine optisch, was damals vielen Männern gut gefiel. Ganz dem Vorbild aus den 20er-Jahren entsprechend werden auch heute noch Knickerbocker produziert. Gerade für den Golfsport lassen sich viele Herren ihre Knickerbocker sogar maßanfertigen. Dabei greift man nicht selten auf die Originalschnitte aus den Zwanzigern zurück. Typisch für die Hosen der damaligen Zeit war die halblange, schmale Schnittform.

Zudem hatten die Hosen einen Gummizug am Bein. Weitere charakteristische Merkmale waren die Gürtelschlaufe, die Bundfalte, die zwei Eingriffstaschen vorn und eine Gesäßtasche. Letztere war für die Scorecard gedacht. Die Knickerbocker, die Sie heute im Handel kaufen können, bestehen meist aus Wolle oder weicher Baumwolle. Oft verfügen sie noch über ein Innenfutter aus Viskose oder Acetat. Große Unterschiede gibt es in puncto Farben und Mustern. Neben den originalgetreuen Knickerbockern, die in einfarbigen Stoffen gehalten sind, finden Sie auch Modelle im Fischgräten- oder Karomuster. Wer sich eine dieser schönen Stücke für den Golfsport kauft oder leiht, wählt in der Regel eine Variante in Schwarz, Anthrazit, Braun oder Grün.

Stilecht im Sinn der goldenen Zwanziger stylen

Sie möchten sich beispielsweise für eine Mottoparty oder für einen anderen Anlass so stylen, wie das in den 20er-Jahren üblich war? Dann müssen Sie Ihre Knickerbocker auf jeden Fall mit Kniestrümpfen ergänzen. Dazu passen klassische Schnürschuhe aus Leder, die Sie auf Hochglanz polieren sollten. Ein perfektes Outfit im Zwanziger-Look entsteht, wenn Sie dazu einen Pullover oder Pullunder mit Rautenmuster tragen. Alternativ passt auch ein Hemd dazu. Mit individuellen Accessoires wie einem Hut oder einer Schiebermütze setzen Sie Ihrem Look das i-Tüpfelchen auf.

Heute auch bei Damen beliebt

Nicht nur als Bestandteil eines 20er-Jahre-Kostüms können Knickerbocker heute ausgeführt werden, sondern auch im Alltag. Gerade bei Frauen sind die Hosen derzeit angesagt. Ein lässiger, eleganter Look entsteht in Kombination mit Shirts und Westen. Dazu trägt die modische Frau von heute eine Strumpfhose und flache Ballerinas oder Brogues. Alternativ passen auch knöchelhohe Ankle Boots oder Wedges zu Knickerbockern. Im Sommer können modebewusste Frauen ihre Knickerbocker außerdem ohne Strumpfhose mit Gladiator-Sandalen tragen.

Geeignete Anlässe für die Knickerbocker

Derzeit sind Knickerbocker wieder so angesagt, dass man sie überall sieht: in der Stadt genauso wie auf Dachterrassen, in Cafés und sogar im Büro. Kein Wunder, denn es handelt sich hierbei um eine sehr bequeme Hose, die je nach Schnitt und Stoff ebenso sportlich wie elegant wirken kann.

Knickerbocker, die noch im Stil der Zwanziger designt sind, eignen sich perfekt für alle Anlässe, zu denen Trachtenmode getragen wird. Das gilt für Volks- und Dorffeste und im Süden von Deutschland sogar für Hochzeiten. Aber auch, wenn Sie eine 20er-Jahre-Party besuchen, treffen Sie mit einer Knickerbocker eine gute Wahl. Darüber hinaus sind die originalgetreuen Knickerbocker im Stil der goldenen Zwanziger häufig an Oldtimerfans zu sehen, die sich passend zu ihrem Auto anziehen möchten.

Selbstverständlich trägt man Knickerbocker auch heute noch beim Golf. Gerade Männer, die historisches Golf spielen, wollen nicht auf die traditionellen Hosen verzichten und ergänzen diese mit Burlington-Kniestrümpfen. Doch auch Frauen, die sich für das Golfspiel interessieren, können natürlich Knickerbocker tragen. In der Tat gehören die Hosen schon sehr lange zur gängigen Golfbekleidung. Kombiniert wurden sie dabei immer mit Kniestrümpfen, Blusen oder Hemden, Pullovern oder Westen und natürlich Schiebermützen.

Quellen:

  1. New York Knicks / Knickerbocker
  2. Satire „A History of New York“
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