Was zieht Frau beim Oktoberfest an?

Wenn es im Oktober wieder „O’zapft is!“ heißt, dann suchen wieder alle Frauen nach der passenden Kleidung für das Oktoberfest. Schließlich versammelten sich im Herbst Menschen aus aller Welt in München, um am größten Volksfest der Welt teilzunehmen, welches bereits seit 1810 gefeiert wird. Nicht weniger als sechs Millionen Besucher werden jährlich auf der Münchener Theresienwiese erwartet, die in den zahlreichen Bierzelten auf der Wiesn schunkeln und trinken.

Natürlich geht es bei diesem Fest nicht nur ums Bier, auch wenn die Wiesn-Märzen äußerst schmackhaft und einzigartig sind, sondern auch um die Kleidung. Eine Zopffrisur passend zur wunderschönen Kleidung darf sollte bei den Damen natürlich nicht fehlen. Dann heißt es nur noch „Oans, zwoa, g’suffa“!

Dirndl: Geschichte und ursprünglicher Zweck

Dirndl

Entgegen vieler Annahmen ist das Dirndl keinesfalls eine historische Tracht, auch wenn es heute von allen Damen beim Oktoberfest getragen wird. Das Dirndl entstand Ende des 19. Jahrhunderts als billiges Arbeitsgewand für Bäuerinnen und Mägde. Als das erste Oktoberfest im Jahr 1810 stattfand, gab es dieses Kleidungsstück somit noch nicht. Zu diesem Zeitpunkt trugen die Städter ihre Ausgehkleidung, welche der französischen Mode entsprach. Die Landbevölkerung kam im Jahr danach, als das zentrale Landwirtschaftsfest stattfand, in ihrer Festtracht zur Wiesn. Dabei handelte es sich allerdings um mehrteilige und historische Trachtengewänder und Landhausmode, keine Dirndl.

Der Höhenflug der Dirndl begann erst etwa 70 Jahre später, als Städterinnen in die Alpen fuhren. Sie ließen sich von ihrer Schneiderin das Dirndl mit Blümchen- und Karomustern stylish übersetzen. Doch auch zu diesem Zeitpunkt war das Dirndl nicht auf dem Oktoberfest zu finden. Es verging fast ein halbes Jahrhundert, als sich München für die Olympischen Spiele 1972 bewarb. Die Stadt suchte nach einem Symbol, um es weltweit bekannt zu machen. Silvia von Schweden übernahm die Werbekampagne und trat als Olympia-Hostess im Dirndl auf. Der Auftritt in den Schlagzeilen verhalf dem Dirndl zum Erfolg und fortan möchte jede Frau ein Dirndl haben und einmal im Jahr stolz zur Schau stellen.

Trotz des Erfolges im Jahr 1972 erlebte das Dirndl ein ständiges Auf und Ab. Erst im 21. Jahrhundert entpuppte sich das Dirndl zum Massenphänomen. Das Kleidungsstück ist aufgrund der großen Beliebtheit zu sehr akzeptablen Preisen erhältlich.

Farben, Formen und Tipps zum Kauf

Oktoberfest Dirndl

Oktoberfest Dirndl

Das traditionelle Dirndl besteht aus einem Rock mit einer passenden Halbschürze sowie einem Mieder. Darunter tragen Frauen meist ein weißes „Leiberl“ (Bluse) oder, wenn gewünscht, auch gar nichts. Zu den klassischen Farben dieser Tracht gehören Rot, Blau, Grün, Grau sowie diverse Brauntöne. Die Farbpalette von der Zeit, als das Dirndl entstand, war sehr eingeschränkt und überschaubar. Man orientierte sich dementsprechend an den Farben der Natur.

Lang oder kurz?

Im Laufe der Zeit hat sich das klassische Dirndl zu einem der beliebtesten Kleider der Welt entwickelt. Von seinem ursprünglichen Design ist nicht mehr ganz so viel übrig geblieben, denn Designer haben die Tracht ihren Wünschen und den aktuellen Trends entsprechend angepasst. Glücklicherweise passen die Designer auch die Länge an: Angefangen beim Mini-Dirndl mit einer Länge von etwa 50 Zentimetern bis hin zu bodenlangen Maxi-Stücken mit Längen von bis zu 95 Zentimetern ist für jede Frau das passende Modell dabei.

Dennoch gibt es jedes Jahr einen Trend in puncto Länge: Besonders beliebt ist die 70er-Länge, die die Knie umspielen. Ihr Vorteil ist, dass sie erwachsen und traditionell wirkt, nicht aber zu ältlich. Traditionell und zeitlos sind natürlich die längeren Röcke. Dieser Klassiker steht fast jeder Frau, kleine Damen dagegen weniger, sie sollten ihre Beine etwas zur Schau stellen und einen kürzeren Rock wählen, um optisch größer zu wirken.

Schürzen, Petticoat und Unterrock

Oktoberfest Landhausmode

Oktoberfest Landhausmode

Klassische Schürzen haben beim Dirndl ausgedient. Die Designer haben Schürzen zu echten Blickfängen entwickelt, die mit abgerundeten Ecken und Rüschen einfach nur frech und modern aussehen. Ein mindestens genauso guter Blickfang ist der Unterrock: Unterröcke sind im Grunde nichts Neues, bei Trachten und Dirndl haben sie eine lange Tradition. Frauen sollten hier übrigens darauf achten, wie sie den Unterrock tragen, denn eine alte Tradition sagt, dass Frauen, deren Unterrock unter dem Rock hervor schaut, „zu mehr bereit sind“.

Eine Alternative zum Dirndlunterrock ist der Petticoat: Die legendären „Petticoats“ der 1950er Jahre feiern ein großes Comeback. Petticoat-Unterröcke sind in vielen Dirndl-Kleidern in der Trachtenmode fest integriert oder separat erhältlich.

Stoffe und Materialien

Das klassische Dirndl besteht aus Baumwollstoffen, der Trend geht allerdings zu hochwertigeren Materialien. Ob reine Seide, Spitze, Taft oder Brokat – was edel ist, wird gerne getragen. Designer und Hersteller toben sich gerne aus und besticken die Kleider mit Pailletten und anderen Blickfängern. Wer es dagegen klassisch mag, findet natürlich auch Baumwolldrucke. Hier wird es neuerdings etwas bunter, da ständig neue Farben dazukommen.

Bei der Wahl des Materials sollte die zukünftige Besitzerin darauf achten, wo und wann sie das gute Stück tragen wird. Für den Sommer gibt es zum Beispiel leichte Stoffe, die die Zeit im warmen Zelt einfacher gestalten. Neulinge sollten den Kauf eines baumwollenen Dirndl in Erwägung ziehen, dieses ist besonders pflegeleicht und verzeiht den einen oder anderen Unfall mit einigen Bierkrügen.

Und wer keine Kleider mag, ist trotzdem genau richtig bei uns, denn wir verleihen Lederhosen nicht nur für den Herren sondern auch für die Dame. All unsere Trachtenmode kann man leihen oder auch kaufen.

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