Wichteln im Betrieb – so wird das Beschenken zum Erlebnis

Zur Weihnachtszeit ist die Stimmung in jedem Betrieb munter. Die Kollegen verstehen sich gut und der Chef ist plötzlich auch sympathischer. Um die gute Stimmung noch etwas zu verbessern, wird in vielen Betrieben in Deutschland gewichtelt. Was es mit dem Brauch auf sich hat und was man beachten sollte, erfahren Sie im Anschluss.

Schenken und beschenkt werden ist nicht ganz einfach

Wichteln im Betrieb

Wichteln im Betrieb

Obwohl das Wichteln eine nett gemeinte Geste ist, kann es schnell einen negativen Effekt auslösen. Nicht jedes Geschenk kommt beim Adressaten gut an, auch wenn es von Herzen kam und gut gemeint war.

Das Wichteln soll eigentlich Spaß machen und wird in Schulen häufig praktiziert. Im Laufe der Jahre lernen sich die Kinder gut kennen und ihnen fällt es leicht, dem Schulkameraden etwas zu schenken. Bei Erwachsenen ist es dagegen etwas schwieriger: Hier schenkt man nicht ein Puzzle, Stifte und Radiergummis. Geschmäcker sind nicht nur verschieden, häufig kennen sich die Arbeitskollegen nicht gut genug, um ein passendes Präsent auszuwählen.

Damit das Wichteln die Arbeitnehmer nicht unnötig stresst, sollten Betriebe folgende Regeln festlegen:

  • Budget: Die Beteiligten dürfen nur maximal eine bestimmte Summe ausgeben, so gibt niemand zu viel aber auch nicht zu wenig aus.
  • Kategorie: Damit niemand auf die Idee kommt, Socken zu verschenken, können Sie eine Produktkategorie festlegen: Erlebnisgutscheine, Parfums, etc.

Mit diesen beiden Regeln können Betriebe ihren Arbeitnehmern die Wahl eines Geschenks spürbar erleichtern.

Die zwei verschiedenen Formen des Wichtelns

Beim Wichteln wird im Grunde zwischen zwei verschiedenen Formen unterschieden:

  1. Blindwichteln
  2. Gezielte Wichteln

Bei der ersten Variante werden alle Geschenke in einem Sack gesammelt und die Arbeitskollegen wählen blind ihr Präsent. Das Problem bei dieser Variante ist, dass jeder ein neutrales Geschenk finden muss. Zudem muss das Geschenk sowohl zu Männern als auch Frauen passen. Die Kolleginnen werden mit einer Krawatte genauso wenig anfangen können wie die Herren mit einem Damenparfüm. Schokolade kann auch zu einem Problem werden, wenn sie bei jemandem landen, der gerade abnehmen möchte.

Die zweite Variante umgeht all diese Probleme, denn hier zieht man eine Karte, auf der der Name eines Arbeitskollegen steht. Der Schenkende hat nun die Aufgabe, das Umfeld des zu Beschenkenden zu studieren und das passende Präsent zu wählen. Er kann andere Arbeitskollegen befragen oder den zu Beschenkenden hinsichtlich seines Kleidungsstils beobachten und so Informationen sammeln. Wer allerdings das Pech hat, einen Kollegen oder eine Kollegin zu wählen, die man zufällig nicht leiden kann, sollte nicht auf die Idee kommen, sich mit dem Geschenk zu rächen.

Das Wichteln als Teambuilding

Wenn sich das Unternehmen für das Wichteln entscheidet, sollte keiner der Arbeitnehmer vergessen, dass es sich hierbei immer noch um etwas Geschäftliches handelt. Die Feier sollte nicht dazu führen, dass man durch sein Handeln am folgenden Tag nicht mehr ernst genommen wird. Deshalb gilt es, Chef, Kolleginnen und Kollegen gleichermaßen zu respektieren.

Das Wichteln kann auch als Teambuilding bezeichnet werden. Kaum ein anderer Brauch kann die Beziehung der Mitarbeiter so sehr stärken, wenn sich alle an die Regeln halten. Wird also festgelegt, dass die Geschenke alle etwa fünf Euro kosten sollen, darf niemand aus der Reihe tanzen. Wer also den Chef zieht, sollte nicht eine teure Weinflasche schenken und versuchen, sich bei ihm einzuschleimen. Auf der anderen Seite ist es auch nicht ideal, wenn jemand das Wichteln nicht ernst nimmt und ein respektloses Gimmick für einen Euro schenkt.

Artikelbild: © Marcos Calvo Mesa / Shutterstock

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