Was zieht Mann beim Oktoberfest an?

Alle Jahre wieder steht das Oktoberfest vor der Tür. Unter den letzten Vorbereitungen werden für Deutschlands größtes Volksfest jedes Jahr mehr und mehr Besucher erwartet. Für die Teilnehmer stellt sich nur eine Frage: Was trage ich zum Oktoberfest?

Was zum Oktoberfest tragen

Der Dresscode für das Münchener Oktoberfest ist eigentlich relativ klar: Ohne Tracht ist man ein Outsider – und das will kein Mann sein. Auf der Wiesn glänzt die Münchener Prominenz in authentischen Trachten, die den Gästen zeigen, wie man richtig gekleidet ist. Modische Experimente sind für die Veteranen kein Thema. Mann trägt eine kurze oder knielange Lederhose, ein Trachtenhemd und natürlich Haferlschuhe. Weste und/oder Trachtenjacke sind optional und können auf Wunsch darüber getragen werden. Um sich von der Masse abzuheben, gibt es zahlreiche Variationsmöglichkeiten: Statt der klassischen Haferlschuhe kann Mann auch Wanderstiefel, Boots oder Halbschuhe tragen. Auch das Trachtenhemd muss nicht zwingend kariert sein. Als Alternative zur Trachtenhose tragen die jungen Männer gerne Leaderjeans.

Im Laufe der Jahre hat sich die Trachtenmode immer wieder neu definiert und wurde so kompatibel mit anderen Modeaccessoires. Jeder Mann hat die Möglichkeit, seinen persönlichen Stil unterzubringen, ohne einen modischen Fauxpas zu begehen.

Lederhosen: So macht Mann keinen Fehler

die klassische Lederhose

die klassische Lederhose

Das traditionell bayrische Mannsbild gibt es nur mit einer handgefertigten Lederhose aus sämischem Hirschleder. So zumindest die Theorie, die Praxis ist nicht ganz so einfach. Lederhosen unterscheiden sich in Schnitt, Material, Stick, Länge und Hosenlatz sowie Hosenträger.

  • Hosenträger auch Geschirr genannt: Mitglieder eines Vereins besitzen bestickte Hosenträger, die auch eine ID-Card besitzen. So unterscheidet man, aus welchem Dorf der Träger stammt. Neben dem bekannten „Stegträger“, eine H-Form, gibt es auch einen „Zopfträger“ (V-Form).
  • Hosenlatz: Der Hosenlatz ist eine Weiterentwicklung der mittelalterlichen „Barguette“. Praktisch ist er dann, wenn es einfach Mal schnell gehen muss.

Hosenlängen

Lederhosen sind im Grunde in drei verschiedenen Längen erhältlich:

  1. Lang: Die „lange Krachlederne“ ist der älteste Schnitt. Sie entstand, um Bergbauern, Holzknechten und Flössern Schutz bei der täglichen Arbeit zu leisten.
  2. Kurz: Die kurze Variante endet oberhalb des Knies und wurde ursprünglich von Sennern und Gebirgsjägern getragen, weil sie beim „Krazln“ (Klettern) genügend Beinfreiheit bot.
  3. Kniebundlang: Die Kniebundlederhose ist im Grunde ein überlebendes Kleidungsstück aus dem 17. Jahrhundert, welche zu Zeiten der Französischen Revolution getragen wurde. Im Volksmund auch als „Knickerbocker“ bekannt tragen sie heute nur noch Bergsteiger, Jäger und Wanderer. Für heutige Zeiten ungewöhnlich ist ihr Bund unter dem Knie, welcher zugeschnürt wird.

Hosentypen

Zusätzlich zu den drei Grundlängen gibt es weitere Varianten, um Lederhosen weiter zu differenzieren:

  • Lange Hosen gibt es zum Beispiel auch als „Stiefellederhose“, die über enge Hosenbeine verfügt, welche an den Fesseln zugebunden werden.
  • Eine weitere Variante ist die „Plattlerhose“, welche kurz über dem Knie endet. Dieses Modell hat keine engen Hosenbeine und verzichtet auf Verzierungen.

Viele Menschen bezeichnen heute bayerische Lederhosen auch als „Krachlederne“. Die Länge und Form der Hose spielt letztendlich keine Rolle, der männliche Träger muss sich in ihr wohlfühlen. Dafür investiert man gerne auch Mal ein großes Sümmchen, dafür hält die Hose dann aber auch ein Leben lang. Beim Kauf sollte man auf klassisches Hirschleder oder Wildbock achten.

Wenn Männer Beine zeigen

Eigentlich ist es Aufgabe der Damen, ihre prachtvollen, langen Beine zu zeigen, damit die Männer zur Abwechslung nicht ins leere Glas schauen. Das Oktoberfest bietet allerdings eine Ausnahme und so dürfen auch die Herren der Schöpfung ihre (behaarten) Beine zur Schau stellen. Kurze Lederhosen, die die schönen Beine der Herren der Schöpfung oder ihre langen Strümpfe zeigen, liegen voll im Trend. Bei den meist kühlen Temperaturen im Oktober sind die kurzen Lederhosen nicht immer ganz praktisch, in den Zelten geht es allerdings meist recht munter zu. Keiner sitzt alleine am Tisch, es wird getanzt, gelacht und getrunken, dabei wärmt sich der Körper gleich ganz von alleine auf.

Hemden & Westen: Obenrum richtig angezogen sein

Oktoberfest-Hemd

Oktoberfest-Hemd

Passend zur Lederhose tragen Männer ein weites Hemd aus Leinen, Pfoad genannt, welches seinen Ursprung in der Arbeitswelt vor einigen Jahrhunderten besitzt. Das Pfoad hatte zwei Vorteile: Es verleiht dem Träger eine große Bewegungsfreiheit und war pflegeleicht. Heute wird das Leinen-Hemd traditionell in Weiß oder Naturfarben getragen.

Die heutigen Designer verlassen sich allerdings nicht nur auf die traditionellen Schnitte und Farbe und suchen nach neuen Möglichkeiten, die Männer-Tracht aufzupeppen. Mann hat so heute die Wahl zwischen körperbetonten oder besonders weiten Hemden. Eine farbliche passende Trachtenweste oder Manschetten-Knöpfe dürfen natürlich nicht fehlen.

Bei den Westen wählt Mann am besten kräftige traditionelle Farben. Die edlen Varianten werden aus Samt oder Leder gefertigt, günstigere Alternativen gibt es aus Baumwolle, Taft oder Brokat. Trachtenwesten sind in der Regel einfarbig oder besitzen kleine Muster, wie etwa gestickte Blümchen. Die Ausschnitte sind möglichst schlicht in V-Form oder rund, ein kleiner Stehkragen ist optional.

Das passende Schuhwerk: Authentisch muss es sein

Oktoberfest-Schuhe

Oktoberfest-Schuhe

Während es für die Frauen im Grunde zwei Regeln für das Schuhwerk gibt, dass sie bequem und authentisch sind, müssen sich die Herren der Schöpfung nur an die zweite Regel halten. Das traditionelle männliche Schuhwerk ist bereits bequem genug, darüber muss sich Mann keinen Kopf machen. Es muss aber authentisch sein, und das bedeutet, nicht mit Turnschuhen oder Ähnlichem das Oktoberfest besuchen, das sorgt lediglich für empörte Blicke. Klassische Trachtenschuhe für Herren gibt es aus Hirschleder. Günstigere Varianten werden aus Veloursleder oder Nappaleder gefertigt. Als Farben kommen klassische Braun- oder Cremetöne infrage. Wer keine klassischen Schuhe besitzt oder kaufen möchte, kann als Alternative auch Wanderschuhe tragen.

Bei uns können Sie die Haferlschuhe auch zur Lederhose oder zum Dirndl ausleihen.

Weitere Artikel gibt es im Magazin.