Krimidinner: Mord und Totschlag vertragen sich gut mit köstlichen Speisen

Krimidinner: Mord und Totschlag vertragen sich gut mit köstlichen SpeisenKrimidinner: Mord und Totschlag vertragen sich gut mit köstlichen Speisen

Krimidinner liegen im Trend – das beweisen immer mehr Lokale, die Mahlzeiten in diesem besonderen Stil anbieten. „Doch was ist ein Krimidinner überhaupt?“, werden sich viele fragen. Nein, keiner wird aufgrund der servierten Köstlichkeiten sterben und niemand muss einen Krimi-Roman verspeisen – so viel sei schon mal gesagt.

Was genau ist ein Krimidinner?

Im Grunde gehört das Krimidinner zum Dinnertheater: Schauspieler inszenieren einen Krimifall, der bei einem Menü gelöst wird. Das Krimidinner stammt ursprünglich aus Großbritannien, wo sie sich seit Jahren großer Beliebtheit erfreuen. In Deutschland ist der Trend erst kürzlich angekommen. Mittlerweile gibt es aber viele Standorte in der ganzen Bundesrepublik, wo man an einem Krimidinner teilnehmen kann.

Das Konzept des Krimidinners ist simpel: Da es sich um ein Dinner handelt, wird natürlich ein schmackhaftes Menü serviert. Wie dieses aussieht, hängt von dem Krimifall und der Zeit, in der er spielt, ab. Das Menü wird zudem mit einer interaktiven Verbrecherjagd kombiniert. Im Vergleich zum klassischen Theater gibt es beim Krimidinner keine Bühne – das Esszimmer ist nämlich der Spielraum.

Krimidinner orientieren sich thematisch an literarischen Vorbildern, insbesondere an beliebten Kriminalautoren wie Agatha Christie, und sind in der Regel nach dem Whodunit-Prinzip aufgebaut. Viele Krimidinner orientieren sich thematisch an ihrem Ursprungsland Großbritannien. Dementsprechend werden die Gäste zu einem gesellschaftlichen Anlass eingeladen, zum Beispiel eine Verlobungsfeier.

Obwohl die meisten Krimidinner einen kommerziellen Hintergrund haben und von vielen Restaurants angeboten werden, kann man dieses Theaterstück auch zu Hause aufführen. Einerseits hat die Aufführung zu Hause den Vorteil, dass man sich selbst um die Aufführung kümmert, andererseits hat man den Spaß, selbst in die Rolle der Schauspieler zu schlüpfen.

Ein Krimidinner zu Hause organisieren

Ein Krimidinner muss ausführlich geplant werden. Die Gastgeber müssen die Thematik wählen, sich um das Menü kümmern und den Austragungsort dekorieren. Folgende Überlegungen muss man vorab treffen:

  • Krimidinner-Thematik: Im Internet gibt es bereits zahlreiche Krimidinner-Spiele, die man sich kaufen kann. Hier hat man den Vorteil, dass man sich um praktisch nichts kümmern muss. Das Rollenspiel wird mit Rollenheften für jeden Gast geliefert, es gibt Vorschläge für das Menü und die Kostüme. An einem Krimidinner nehmen mehrere Gäste Teil, meist etwa sechs bis acht Personen. Wenn Kinder teilnehmen, sollte man darauf achten, dass das Krimidinner ihrem Alter gerecht ist.
  • Speisen für das Krimidinner: Nachdem die Thematik feststeht, kann man sich Gedanken um das Menü machen. Dieses sollte natürlich zur gewählten Thematik passen. Die meisten Rollenspiele werden mit Menü-Vorschlägen geliefert. Wer die Thematik selbst auswählt, muss das Menü auch alleine gestalten. Im Internet gibt es zahlreiche Vorschläge für ein Krimidinner zu allen möglichen Thematiken.
  • Kostüme für den Anlass: Was wäre ein Krimidinner ohne passende Kostüme? Je nach gewählter Thematik ist es sehr wahrscheinlich, dass die Gäste keine passende Kleidung besitzen. Ein Kostüm speziell für diesen Anlass kaufen, ist sowohl für den Gastgeber als auch den Gast ein finanziell schwer zu tragender Aufwand. Interessierte können stattdessen Kostüme für ein Krimidinner bei uns ausleihen.

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Nun aber zur eigentlichen Planung des Krimidinners: Wir empfehlen, sich ein Rollenspiel im Internet zu kaufen. In der Spielbox sind Rollenprofile, Hinweisheftchen, Einladungskarten sowie eine Anleitung enthalten. Die Rollen werden so verteilt, dass sie zu den Gästen passen. Es ist entsprechend sinnvoll, Gäste einzuladen, die man gut kennt, also enge Freunde oder Bekannte. Geplant wird einige Wochen im Voraus:

  • Noch 4 Wochen: Einen Termin finden, an dem alle Gäste Zeit haben, am Krimidinner teilzunehmen. Wer hier kurzfristig absagt, vermasselt allen anderen das Krimidinner.
  • Noch 3 Wochen: Das Spiel im Internet bestellen. Der Gastgeber kann sich die Spielregeln ansehen und überlegen, wie die Rollen verteilt werden. Man kann zum Beispiel auslosen oder die Wünsche der Mitspieler berücksichtigen oder der Gastgeber, der alle Gäste besonders gut kennt, verteilt sie selbst.
  • Noch 2 Wochen: Der Gastgeber versendet die Einladungskarten inklusive Rollenprofile an seine Gäste. Dann haben die Gäste Zeit, ihre Rollenbeschreibung zu lesen und ein passendes Kostüm auszuleihen.
  • Noch 1 Woche: Eine Woche vor dem Dinner erfolgt die Erstellung des Menüs. Man erstellt eine Einkaufsliste für die Zutaten, kauft Getränke und kümmert sich am besten auch gleich um die Deko. Wer es besonders stilecht mag, kauft auch Musik (auf CD oder als Download im Internet).
  • Noch 1 Tag: Kurz vor dem Krimidinner sollte man das Menü so weit es geht vorbereiten. Je weniger man vor dem Dinner kümmern muss, desto besser.

Der Spielablauf des Krimidinners

Das Krimidinner hat in der Regel ein Drei-Gänge-Menü. Jede Runde beginnt mit einem Dialog, indem die Teilnehmer ihre Rollen vorlesen. Mit dem Dialog bereiten sich die Spieler nicht nur auf die nächste Runde vor, es wird auch eine möglichst realistische Stimmung geschaffen.

Da alle Teilnehmer ihre Rollen bereits kennen, müssen sie sich zu Beginn des Dinners nur noch vorstellen. Der Täter kennt natürlich sein schmutziges Geheimnis und wird während des Krimidinners ausgefragt. Um sein Geheimnis zu schützen, darf er natürlich lügen. Alle Teilnehmer dürfen sich natürlich gegenseitig ins Kreuzverhör nehmen, um dem Täter auf die Spur zu kommen.

Das Rollenheft enthält Hinweise, die jedem Mitspieler sagen, was er als Nächstes tun sollte, zum Beispiel: Auf dem Weg zum Tatort hörten Sie, wie Person XY eine hitzige Diskussion mit dem Opfer führte. Sie konnten nicht viel aus dem Gespräch ausmachen, hörten aber deutlich das Wort „Pistole“. Finden Sie mehr über die Waffe heraus!

In jeder Runde tauchen neue Indizien auf, die den Fall voranbringen. Wie zuvor erwähnt, darf der Mörder selbst lügen. Die anderen Spiele können dagegen nur versuchen, vom Thema abzulenken oder nur einen Teil der Fakten preiszugeben. Werden sie aber direkt nacht etwas gefragt, müssen sie wahrheitsgemäß antworten.

Nach dem Dinner folgen die Anklagen: Jeder Teilnehmer präsentiert seinen Schuldigen und legt seine Gründe dar. Der jewelige Mörder muss eine Anschuldigung erfinden. Am Ende gesteht der Mörder seine Tat.

Nicht vergessen: Beim Krimidinner geht es darum, möglichst viel Spaß zu haben. Also, Lampenfieber zu Hause lassen, schließlich spielt man nicht vor einem Publikum, sondern Freunden und Bekannten.

Artikelbild: © SvetlanaFedoseyeva / Shutterstock

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