Kölner Karneval: Informationen und Tipps für Neulinge

Kölner Karneval: Informationen und Tipps für NeulingeKölner Karneval: Informationen und Tipps für Neulinge

Am 11.11 um 11.11 ist es wieder so weit: Der Karneval steht vor der Tür. Ob im Radio, TV oder Zeitschriften, überall ist die Rede vom Fasching. Viele Menschen teilen die Begeisterung für den Karneval, doch kaum einer feiert dieses Fest wie die Kölner. Selbst die größten Gegner des Faschings haben sich dabei ertappt, in rauchigen Kneipen nach einigen Kölsch „In unserem Veedel“ mitzusingen. Wie sich Neulinge am Kölner Karneval garantiert wohlfühlen, erklären wir im Anschluss.

Tipps für Anreisende

Ohne Frage, wer den deutschen Karneval ausgiebig erleben möchte, der muss nach Köln. Und so reisen jedes Jahr unzählige Touristen in die Stadt ein und mischen sich unter die Einheimischen. Doch als Karnevalstourist hat man es in einer fremden Stadt nicht immer ganz einfach. Für Karneval Neulinge haben wir folgende Tipps:

  • Hotel frühzeitig buchen: Sie werden garantiert nicht der Einzige sein, der zum Karneval nach Köln reist. Touristen aus ganz Deutschland und Nachbarländern versammeln sich in der Stadt, um sich richtig wohlzufühlen. Sorgen sie Monate im Voraus für eine Unterkunft.
  • Die passende Verkleidung: In puncto Verkleidung gibt es nur zwei Regeln: Auffallend und kreativ soll es sein. In unserem Onlineshop finden Sie viele verschiedene Kostüme, mit denen Sie garantiert auffallen werden. Mit einem auffallenden Kostüm wird sich auch mit Sicherheit jemand ansprechen – schon beginnt eine schöne Unterhaltung.
  • Gute Plätze in Kneipen: Wer sich beim Karneval von seiner hemmungslosen Seite zeigen möchte und Körperkontakt nicht scheut, der sollte sich in Kneipen an der Theke aufhalten. Wer es ruhiger mag, sollte sich lieber an einen Tisch setzen.
  • Wasser hält den Körper fit: Beim Karneval fließt literweise Alkohol – das sorgt zwar für gute Stimmung, macht aber auch den Hals ganz schön trocken. Trinken Sie ausreichend Wasser, dann können Sie auf einen Kater am nächsten Morgen verzichten.
  • Die Altstadt meiden: Die Kölner Altstadt ist ein wunderschöner Ort – für Touristen. Beim Karneval möchten Sie ausgiebig feiern – dafür eignen sich sympathische Kneipen oder schöne Außenbereiche weitaus besser.
  • Körperkontakt ist nicht ausgeschlossen: Der Karneval ist ein Fest, bei dem Körperkontakt kaum zu vermeiden ist. Es kann also durchaus sein, dass man von einer wildfremden Person „gebützt“ wird. Das Küssen ist beim Karneval normal und kommt häufig vor – für ein gespendetes Kölsch, Blumen oder als Trostpflaster für die Opferung der Krawatte. Ergreifen Sie nicht gleich die Flucht und seien Sie keine Spaßbremse. Reagieren Sie stattdessen locker auf Bützen und fröhliches Umarmen.

6 Tage Karneval

Geisterzug, Nubbelverbrennung und literweise Alkohol – für Alaaf-Anfänger kann der Kölner Karneval auf den ersten Blick wie ein Ausnahmezustand aussehen. Dabei kann man während der fünften Jahreszeit sehr viel Spaß haben. Eines sollten Neulinge aber wissen: Wer in Köln feiern möchte, der muss sechs Tage lang durchhalten.

Donnerstag

Wer den „Wieverfastelovend“ erleben möchte, sollte die von Touristen bevölkerte Altstadt hinter sich lassen und die nächste Kneipe im „Veedel“ aufsuchen. Die Suche nach einer passenden Kneipe sollte möglichst früh beginnen, diese sind nachmittags bereits überfüllt.

Ist die Kneipe gefunden, sollten Sie einen Blick auf ihr feierndes Umfeld werfen. Mit Kölnern und Leuten aus dem angrenzenden Umland lässt sich genauso gut feiern wie mit Berlinern und oktoberfesterprobten Bayern.

In der Kneipe sollten Anfänger die ruhigen Ecken bevorzugen. Mit dem Rücken zur Wand sorgt man stundenlang für Stabilität. Profis erkennt man daran, dass sie sich einen Platz zwischen Toilette und Theke aussuchen. Spätestens, wenn die Kneipe randvoll ist, weiß man auch, warum.

Freitag

Einen Tag nach dem Wieverfastelovend legt die Stadt eine wohlverdiente Pause ein. Touristen sollten diesen Tag nutzen, um eine Karnevalssitzung am Abend zu besuchen. Die Sitzungen, welche im Fernsehen übertragen werden, sind übrigens völlig uninteressant. Hier nehmen größtenteils Promis teil und es fließt mehr Weißwein als Kölsch.

Weitaus interessanter geht es auf der größten Party der Stadt zu: Zum Eintritt wird die Eintrittskarte „Lachende Kölnarena“ benötigt. Hier ist das Volk unter sich, es gibt viel Musik, tolle Stimmung und ein tolles Ambiente. Besser kann man mit 10.000 Gleichgesinnten kaum feiern.

Samstag

Wenn am Samstagabend Gespenster durch die Stadt ziehen – dann ist der Tourist beim Geisterzug gelandet. Diese Mischung aus Karnevalszug und politische Demo gab es erstmals 1860, wurde später aber während des Ersten Weltkrieges verboten. Erst 1991 wurde der Geisterzug als „Anti-Golfkriegs-Demonstration“ wieder aufgenommen. Die Organisatoren wünschen sich, dass möglichst alle Menschen verkleidet teilnehmen und nicht nur passiv zuschauen. Jedes Jahr überlegen sich die Organisatoren eine neue Strecke. Wo sie entlang läuft, wird kurz vor dem Geisterzug bekannt gegeben.

Sonntag

Der Sonntag ist der große Tag der Kleinen: Die „Schull- und Veedelszöch“ ziehen seit 1952 durch Köln. Rund 40 Schulen der Stadt beteiligen sich an diesem Tag und locken so jährlich 250.000 Besucher an. Der Startschuss fällt um 10.30 Uhr am Chlodwigplatz in der Südstadt Kölns. Der Weg ist etwa derselbe wie der Rosenmontagszug am darauf folgenden Tag. Die närrischen Kinder nehmen in farbenfrohen Kostümen am Karneval teil. Eine Jury bewertet abschließend die schönsten Wagen- und Fußgruppen mit einem Originalitätspreis. Die drei Gewinner dürfen sogar am Rosenmontagszug teilnehmen.

Montag

Morgens um 10:30 Uhr beginnt ein sechseinhalb Kilometer langer Lindwurm, der sich vom Clodwigplatz quer durch die Stadt bewegt. Rund vier Stunden benötigen die Teilnehmer des Rosenmontagszugs, bis sie ans Ziel gelangen. Wer „d’r Zoch“ in seiner vollen Pracht erleben möchte, muss allerdings früh aufstehen. Es lohnt sich aber einer von den mehr als eine Million Zuschauern zu sein, die die rund 10.000 Teilnehmer und ihre 100 Prunkwagen bewundern.

Dienstag

Wenn es in den vergangenen Tagen nicht exklusiv beim „Bützen“ geblieben ist oder man mit dem Kölsch etwas übertrieben hat, dann ist alles halb so wild: Den Sündigen wird während der „Nubbelverbrennung“ vergeben. Die lebensgroße Strohpuppe wird während dem Karneval für alle Fehltritte verantwortlich gemacht. Abends wird der Nubbel unter Gesang der Jecken angezündet – der Wind trägt die rauchigen Sünden dann davon – alles ist vergeben und vergessen.

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