Karneval in Köln: Höhepunkte und wo man feiert

Karneval in Köln: Höhepunkte und wo man feiertKarneval in Köln: Höhepunkte und wo man feiert

Wenn man von Volksfesten spricht, denkt man sofort an den Kölner Karneval. Das Fest am Rhein gehört zu den größten und bekanntesten seiner Art. Jedes Jahr versammeln sich unzählige Menschen aus der Stadt, Region und ganz Deutschland, um den Kölner Karneval hautnah mitzuerleben. Für Kölner Karneval-Neulinge haben wir im Anschluss zusammengefasst, wo man besonders gut feiert und welche Höhepunkte niemand verpassen sollte.

Organisation & Zeitrahmen

Der Karneval wird gerne auch als „Fünfte Jahreszeit“ bezeichnet und beginnt offiziell am „Elften im Elften“, also dem 11. November genau um „Elf Uhr Elf“. Der Startschuss fällt am Kölner Heumarkt, wo bekannte Musiker vor Zehntausenden Zuschauern kräftig Stimmung machen. Die Aktivitäten werden in der nachfolgenden Zeit langsam gesteigert. Ab Neujahr beginnen Karnevalssitzungen und -bälle mit Musik- und Tanzgruppen sowie Büttenrednern. Etwa im selben Zeitraum findet natürlich auch die Prinzenproklamation statt.

Kölner Stunksitzung

Die Stunksitzung ist eine politische, freche und unkorrekte Alternative zu den Prunksitzungen. Während dieser Sitzung greifen die Mitglieder des Ensembles aktuelle gesellschaftliche und politische Themen auf und an: ein besonders beliebtes „Opfer“ ist die katholische Kirche. 2011 wurde ein umstrittener Papst-Sketch sogar aus der WDR-Übertragung geschnitten. Ein Jahr später war dem Westdeutschen Rundfunk eine Jesus-Szene zu heikel.

Die umstrittenen Themen kommen jedoch beim Publikum gut an. Karten für die Stunksitzung sind dementsprechend schnell ausverkauft. Wer also dabei sein möchte und nicht auf eine unzensierte Aufzeichnung der WDR hoffen möchte, sollte seine Eintrittskarten früh buchen.

Immisitzung

Die Immisitzung ist die internationale Karnevalssitzung Kölns. Sie finden von Ende Januar bis zum Karnevaldienstag im Bürgerhaus Stollwerck statt. Die Bezeichnung Immisitzung setzt sich aus dem Wort „Imis“, wie Zugereiste in Köln bezeichnet werden, sowie Immigranten zusammen. Letztere bilden den Großteil des Künstlerensembles: Musiker, Tänzer, Schauspieler und Puppenspieler reisen aus der ganzen Welt an. Durch diese Multikulturalität, bei der Fragen des Zusammenlebens zwischen den verschiedenen Kulturen aufkommen, werden Sketche verarbeitet und dem Publikum vorgeführt.

Auf der Immisitzung integrieren die Karnevalisten getreu dem Motto „Jede Jeck is von woanders“ alle möglichen Themen und scheuen sich auch nicht davor, sich selbst ein bisschen auf den Arm zu nehmen. Besucher des Kölner Karnevals, die auf der suche nach Unterhaltung sind, sollten die Immisitzung nicht verpassen.

Fatal Banal

Fatal Banal ist seit über zwei Jahrzehnten ein fester Bestandteil im alternativen Karneval. Drei Stunden lang wird das Publikum mit Comedy, Kabarett, Klamauk und Karneval unterhalten. Die Akteure bewegen die Menschen mit rotzfrechen Themen und scheuen sich nicht davor, diverse Themen aufzugreifen. Die Sitzung im Bürgerzentrum Köln-Ehrenfeld ist jedes Jahr sehr beliebt, Reservierungen sind auch für Gruppen ab vier Personen möglich. Nach der Sitzung gibt es eine tolle Fete, bei der die Gäste mit allen Mitwirkenden feiern können.

Kölschfest

Rund 50.000 Jecken feiern in Deutschlands größtem Karnevalszelt an beiden Wochenenden kurz vor dem Karneval sowie zwischen Weiberfastnacht und Rosenmontag das Kölschfest. Zu trinken gibt es natürlich Kölsch, als Nahrung bietet man den Jecken Spezialitäten der kölschen Küche an. Gute Stimmung darf natürlich nicht fehlen und dafür sorgen die zahlreichen Live-Bands mit ihrer stimmungsvollen Musik. Nach 18 Uhr bis kurz vor Mitternacht treten mehrere Karnevalsstars auf – dann heißt es aufstehen und mitsingen.

Im Zelt finden rund 6.5000 Besucher Platz. Der Eintritt ist kostenlos und ab einem Alter von 18 Jahren möglich. Interessierte können Sitzplätze online reservieren.

Weiberfastnacht

An Weiberfastnacht wird traditionell der Straßenkarneval eröffnet. Die Eröffnung beginnt mit der Freiluftsitzung morgens um 10 Uhr auf dem Alten Markt. Eine Stunde später wendet sich das Dreigestirn, bestehend aus Bauer, Prinz und Jungfrau, an die tausenden Untertanen. Trifolium und Jecken besitzen bis Aschermittwoch das „Heft der Stadt“. Damit das Publikum den Auftritt auf der Bühne mitverfolgen kann, wird das Geschehen auf einer großen Leinwand übertragen. Ab 11:11 Uhr beginnt dann die große Feier in der Altstadt, den Kneipen und Straßen.

Schull- und Veedelszöch

Die Schull- und Veedelszöch verfolgt am Karnevalssonntag seit 1952 denselben Weg wie der Rosenmontagszug. 1933 zog der Veedelszock noch alleine durch die Straßen, bis er Jahre später mit dem Schullzöch vereinigt wurde. Das heutige Spektakel betont die volkstümlichen Wurzeln des Karnevals und wird jedes Jahr von etwa 250.000 Menschen verfolgt. An den Schulzügen beteiligen sich rund 40 Kölner Schulen. Quartier- oder Stadteilzüge werden zudem von Nachbarschafts- und Stadtteilvereinen sowie Stammtischen bestritten.

Rosenmontagszug

Der Rosenmontagszug ist der Höhepunkt des Straßenkarnevals. Der kilometerlange bunte Lindwurm schlängelt sich quer durch die Kölner Innenstadt und verzaubert rund eine Million Zuschauer mit seiner Farbenpracht. Etwa 10.000 Menschen setzen die 100 Persiflag- und Prunkwagen in Bewegung – ein echtes Spektakel für Klein und Groß.

Das riesige Spektakel, von den Kölnern auch „d’r Zoch“ genannt, beginnt um 10:30 Uhr und ist etwa sieben Kilometer lang. Vom Start bis zum Ziel benötigt der Rosenmontagszug ganze vier Stunden. Die rund eine Million Zuschauer haben somit genug Zeit, das Spektakel zu beobachten und kräftig zu feiern.

Nubbelverbrennung

Am Veilchendienstag muss jemand für alle Sünden während des Karnevals büßen. Deshalb wird der Nubbel vor vielen Kneipen in ganz Köln verbrannt. Die Strohpuppe stellt den Sündenbock für alle Fehltritte der Saison dar. Durch seine Verbrennung sind alle Übeltaten vergeben. Die Verbrennung des Nubbels um Mitternacht beendet das jecke Treiben – zumindest bis zur kommenden Saison.

Karnevalsmuseum

Abschließend möchten wir noch auf das Kölner Karnevalsmuseum aufmerksam machen. Es ist das größte seiner Art in Deutschland und bietet für Klein und Groß einen authentischen Einblick in die Geschichte des Karnevals beginnend bei der Antike über das Mittelalter bis zur heutigen Zeit. Der lebendige Eindruck der „Fünften Jahreszeit“ wird mit Audio- und Videoinstallationen, Kostümpuppen und riesigen Festwagen gut vermittelt.

Wir empfehlen das Museum sowohl Veteranen, die jedes Jahr den Karneval kräftig feiern, als auch Neulingen, die mehr über den Kölner Karneval erfahren möchten.

M R / Shutterstock.com

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